Bönnigheim 2035: Zukunft braucht eine Idee.
Wer immer nur entscheidet, was als Nächstes ansteht, überlässt die Richtung dem Zufall. Bönnigheim braucht eine klare Vorstellung davon, wo wir 2035 stehen wollen. Sonst diskutieren wir jedes Gebäude, jeden Parkplatz und jeden Euro für sich.
Ich bin Designer, Markenberater und Hochschuldozent. Ich frage: Was ist das Problem? Was wollen wir erreichen? Und passt die vorgeschlagene Lösung überhaupt dazu? Diese Fragen stelle ich auch als Stadtrat. Eine Planung braucht einen klaren Auftrag. Und eine Entscheidung braucht mehr Begründung als „Das haben wir schon immer so gemacht“.
Dafür setze ich mich ein:
- Die Richtung muss im Alltag zählen. Bönnigheim hat ein Stadtentwicklungskonzept. Darin stehen Ziele für unsere Stadt und ihre Teilorte. Daran müssen wir unsere Entscheidungen messen. Was wurde umgesetzt? Was steht aus? Was müssen wir ändern? Ich will, dass wir Prioritäten setzen und regelmäßig öffentlich Bilanz ziehen.
- Leben in die Innenstadt. Leerstehende Gebäude werden vom Abwarten nicht besser. Wir brauchen Räume für Handel, Handwerk, Kultur und Begegnung. Wer soll sie nutzen? Was fehlt? Was funktioniert auf Dauer? Das müssen wir klären.
- Bürgerwissen an den Tisch. Wer hier lebt, kennt die Stellen, an denen es hakt. Beteiligung muss stattfinden, solange sich noch etwas ändern lässt. Und wer eine Idee einbringt, hat eine Antwort verdient.
- Erst denken. Dann Geld ausgeben. Was bringt eine Maßnahme? Wem hilft sie? Was kostet sie – auch später? Ein knappes Budget verlangt klare Prioritäten und gute Ideen.
Ich werde nachfragen, wenn mir eine Begründung nicht reicht. Widersprechen, wenn ich eine Entscheidung für falsch halte. Und mitarbeiten, damit aus der Diskussion etwas wird.
2035 kommt sowieso. Die Frage ist, was wir bis dahin daraus machen.