Die Zukunft des Burgplatzes und der Alten Kelter bewegt ganz Bönnigheim:
Unsere jüngste Bürgerbefragung liefert mit 246 Rückmeldungen ein empirisch belastbares und richtungsweisendes Stimmungsbild für die anstehenden Entscheidungen im Gemeinderat. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Bürgerschaft wünscht sich keinen Abriss für austauschbare Bebauung, sondern den Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung zu einem lebendigen Treffpunkt für Vereine, Kultur und Gemeinschaft, flankiert von Bäumen, Schatten und geordnetem Parken.
Hintergrund: Warum jetzt entschieden wird
Der Burgplatz im Herzen unserer Altstadt befindet sich seit Jahren im Stillstand. zahlreiche Versuche unteranderem auch die Aktion der Kultur unter einem Dach konnte bei alten – aber auch beim neuen – Gemeinderat ein Vorstoß erzielen.
Eine Fraktion beantragt nun, zeitnah das Stadtplanungsbüro ZOLL (Herr Neulinger) mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Während der Antragsteller dem Planer weitgehend freie Hand ohne verbindliche inhaltliche Vorgaben lassen möchte, vertreten wir als ABö eine klare Haltung: Stadtplaner können nur so zielgerichtet und wirtschaftlich arbeiten, wie das städtische Briefing es vorgibt. Um herauszufinden, was die Bönnigheimerinnen und Bönnigheimer wirklich wollen, haben wir den Sommer über eine breit angelegte Befragung durchgeführt.
Die Zahlen im Detail: Klare Kante für Erhalt und Mitsprache
Mit 246 Teilnehmenden quer durch alle Generationen – von Jugendlichen über junge Familien bis hin zu alteingesessenen Seniorinnen und Senioren – verfügt die Umfrage über eine bemerkenswerte statistische Belastbarkeit. Die Kernaussagen sprechen eine unmissverständliche Sprache
76 Prozent für Erhalt und Umnutzung: Eine überwältigende Mehrheit der Befragten spricht sich klar für den Erhalt aus. Die historische Alte Kelter soll saniert und der Bürgerschaft zurückgegeben werden.
73 Prozent fordern verbindliche Leitplanken: Knapp drei Viertel der Teilnehmenden verlangen, dass der Gemeinderat dem beauftragten Stadtplaner ein festes Raum- und Funktionsprogramm mitgibt, statt Planungen „ins Blaue hinein“ auf Kosten der Steuerzahler zu veranlassen.
Was die Menschen bewegt:
In zahlreichen ausführlichen Kommentaren schildern die Bürgerinnen und Bürger ihren Alltag und ihre Visionen für das Areal. Die wiederkehrenden Kernwünsche:
Räume für Vereine, Kultur und Familien: Immer wieder wird bemängelt, dass Bönnigheim kaum noch bezahlbare Räumlichkeiten für Vereinsaktivitäten, Jubiläen oder private Feiern bietet. Familien müssen für Feste regelmäßig in benachbarte Orte wie Erligheim oder Botenheim ausweichen.
Kleine Markthalle & Café: Viele Befragte verweisen auf gelungene Vorbilder in der Region. Gewünscht wird eine charmante Kombination aus regionalen Produkten (Bäcker, Metzger, Wochenmarkt) und einem kleinen Café als nachbarschaftlichem Treffpunkt.
Grüne Oase statt Hitzeinsel: Das Areal rund um die Kelter wird heute als asphaltierte Hitzeinsel wahrgenommen. Die Bürger fordern Entsiegelung, schattenspendende Bäume, Pflanzinseln und Aufenthaltsqualität im Zuge der Klimaanpassung.
Verkehr ordnen, Parken lösen: Der bestehende Parkraum soll nicht ersatzlos gestrichen, sondern intelligent geordnet werden – beispielsweise durch eine Quartiers-Tiefgarage, um die Oberfläche autofrei und lebendig zu gestalten.
Gesundheitsversorgung: Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, im Umfeld ein Ärztehaus oder Praxiszentrum für Fachärzte anzusiedeln.
Bürger und Gemeinderat wollen dasselbe
Besonders augenfällig ist der Abgleich mit den internen Arbeitsergebnissen aus der Klausurtagung des Gemeinderats: Nahezu alle Cluster des Gemeinderats auf der damaligen Moderationswand decken sich verblüffend präzise mit den 246 Bürgerstimmen. Auf beiden Seiten stehen die gleichen Leitbegriffe: „Ort der Begegnung“, „Festhalle / Vereinstreffpunkt“, „Tante-Emma-Laden“, „Grüne Lunge mit Bäumen und Schatten“ sowie „klare Vorgaben festlegen“. Es gibt also keinen unüberbrückbaren Dissens in der Bürgerschaft, sondern eine gewaltige Schnittmenge des gesunden Menschenverstands. Dass dieser Konsens im kommunalen Alltag bisweilen in den Hintergrund rückt, liegt keineswegs an mangelndem Willen, sondern am verständlichen Respekt aller Fraktionen vor den großen haushaltspolitischen Zukunftsaufgaben unserer Stadt. Die gemeinsame Klausurtagung hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, welche Gestaltungskraft im Gremium steckt, wenn parteipolitische Schranken fallen. Jetzt bietet sich die Chance, diesen gemeinsamen Geist in verlässliche Entscheidungen zu überführen.
Bürgersinn als Kompass
Für uns steht fest: Eine zukunftsorientierte Stadtplanung darf nicht im luftleeren Raum beginnen. Die Wünsche der Bürgerschaft und die realen Bedarfe unserer örtlichen Vereine müssen von Anfang an als verlässliche Leitplanken dienen.
Wer von vornherein ein klares Zielbild vorgibt, verhindert zeitraubende Fehlplanungen und stellt sicher, dass am Ende tragfähige Entwürfe entstehen, die von breiter Akzeptanz getragen werden. Wir werben im Gremium dafür, diesen gemeinsamen Weg mit Augenmaß und Respekt vor dem Bürgerwillen einzuschlagen – für einen lebendigen Burgplatz, der Bönnigheim langfristig bereichert.